Umbau des Modell 208213 von Lima auf Wechselstrombetrieb

 

Vorbild

Ende der dreißiger Jahre entstand für militärische Zwecke die dieselhydraulische Rangierlok V 36. Nach dem Krieg gelangten die Maschinen in den Bestand der Deutschen Bundesbahn. 1947 bis 1949 wurde nochmals eine Nachbauserie mit 14 und 1950 eine weitere mit 18 Maschinen beschafft. Neben dem Rangierdienst zählte auch der Personenverkehr zu den Aufgabengebieten der V 36. eine Reihe von Lokomotiven erhielt dafür eine Dachkanzel, die dem Lokführer eine bessere Sicht ermöglichen sollte. Typisch für V 36-bespannte Personenzüge waren Wagengarnituren aus roten Donnerbüchsen. 1968 erhielten die Lokomotiven noch die die Bezeichnung 236, 1981 schied die letzte Maschine aus dem Dienst. Zahlreiche V 36 blieben jedoch bei Museumsbahnen erhalten.

Achsfolge C
Leistung 360 PS
Höchstgeschwindigkeit 55 km/h
LüP 9200 mm
Kraftübertragung hydraulisch
Baujahr ab 1938
Ausmusterung bis 1981

 

Vorgeschichte

Als ich aus dem Nachlaß eines im vergangenen Jahr leider verstorbenen Hobbykollegen eine Anzahl an Stücken (Fahrzeuge und Zubehörteile) erwarb, erhielt ich sozusagen als Beigabe dabei auch eine fast neuwertige Diesellok der Baureihe V 36 von Lima.

Mit dem Umbau der Lok auf Wechselstrombetrieb war schon begonnen worden. Zwei - beim Einbau eines Skischleifers störende - Zahnräder waren schon ausgebaut, und ein Loch für die Schleiferschraube schon gebohrt.

Technischer Aufbau der Lok

Die Lok gehört zur neueren Generation von Lima-Modellen. Das Kunststoffgehäuse besteht aus zwei Teilen, die auf das Fahrwerk aufgerastet sind. Nimmt man die beiden Teile ab, fällt einem im Vorbau der massive Metallblock auf, der den Motor beherbergt. Vom eingebauten Motor war ich angenehm überrascht; arbeitet doch im Inneren dieses Modells ein Bühler-Motor. Im Originalzustand erfolgt der Antrieb auf alle drei Achsen; Haftreifen besitzt die Lok keine.

Stromabnahme und Arbeiten am Fahrwerk

Da es sich um eine Diesellok handelt und eine Stromabnahme über die Oberleitung damit ausscheidet, muß ein Schleifer angebaut werden. Solch ein Skischleifer benötigt jedoch eine bestimmte Bodenfreiheit, vor allem an seinen Endstücken. Die Punktkontakte (Pukos) sind auf Weichen höher als auf anderen Gleisstücken. Hat der Schleifer durch eine zu geringe Bodenfreiheit nicht genügend Bewegungsspielraum, wird die Lok auf Weichen und DKWs nach oben gedrückt und entgleist.

Aus diesem Grund müssen bei dieser Lok zwei Zahnräder ausgebaut werden, nämlich Zahnrad B, das Zahnrad an an der mittleren Treibachse, sowie Zahnrad C, das Zwischenzahnrad zwischen der mittleren und vorderen Treibachse.

Desweiteren wurde hinter der Öffnung für Zahnrad A aus der Abdeckung eine ca 4-5 mm lange Vertiefung herausgeschnitten, ebenfalls aufgrund der nötigen Bewegungsfreiheit für den Schleifer.

Auch an die Befestigung des Schleifers sollte gedacht werden. Hierzu wurde 5 mm vom Rand der Öffnung für Zahnrad A aus in die Abdeckung ein Loch zur Aufnahmne der Schleiferschraube gebohrt.

Sämtliche bis jetzt genannten Arbeiten wurden bereits vom Vorbesitzer ausgeführt.

Ich begann, den Umbau mit der Montage eines passenden Schleifers fortzusetzen. Ich nahm hierfür den Schleifer 7175 von Märklin. Dieser Schleifer dient ansonsten der Stromabnahme bei den bei Innenbeleuchtungen für die 24cm-D-Zug-Wagen dieses Herstellers. Doch dieser bewährte sich nicht; ich versuchte es mit einem Fleischmann Schleifer 692009. Nachteil ist daß dieser Schleifer meist erst als Ersatzteil bei Fleischmann bestellt werden muß, da viele Händler nur Göppinger und Salzburger Skischleifer vorrätig haben. Dieser Schleifer hat aber den Vorteil, das er über keine Grundplatte aus Pertinax oder Plastik verfügt. Diese ist aus Blech und somit sehr dünn, so daß der Schleifer dadurch ideal für Loks mit geringer Bodenfreiheit ist. Zur Befestigung des Schleifers habe ich die Schraube in der Mitte des Fahrwerks mit herangezogen; sie wird gelöst und anschließend zusammen mit dem Schleifer weider verschraubt. Diese Schraube hat jedoch Kontakt mit dem Metallblock im inneren der Lok, welcher den Motor hält. Deshalb darf dieser Metallblock keinen Massekontakt haben!

Nun wird seitlich ein rotes Kabel (das im Farbton mit dem Fahrwerk harmonieren sollte) angelötet. Das Kabel wurde entlang des Bremsklotzes der hinteren Achse ins Lokinnere geführt. Dabei war darauf zu achten, daß weder dieser Radsatz noch die Blindwelle in irgendeiner Form behindert werden. Diese Lösung klingt zwar einfach, fällt aber kaum auf. Beim Anlöten des Kabels an der Lasche des Schleifers muß das Kabel unbedingt seitlich angelötet werden, keinesfalls darf dies auf der Unterseite geschehen. Die Folgen wären, das der Schleifer nach unten gedrückt würde, auf Weichen gäbe es dann Probleme .

Die Bilder zeigen die Lok noch mit Märklin-Schleifer.

Zu guter letzt noch dieses Foto: deutlich zu sehen ist der Schleifer mit dem zugelöteten Loch (grüne Pfeile) und die Stelle im Fahrwerk, an der die Zahnräder ausgebaut wurden (gelbe Pfeile).

 

Einbau des Fahrtrichtungswechslers, Verdrahtung

Die elektrischen Arbeiten sind nun weniger kompliziert. Als Fahrtrichtungswechsler nahm ich auch bei dieser Lok den FRU 550 von Uhlenbrock. Der Einbau des Fahrtrichtungsumschalters erfolgt gemäß Anleitung, in unserem Fall bedeutet dies:

Die beiden Motoranschlüsse befinden sich auf der Vorderseite des Motors. Dort wurden die beiden roten Kabel des Umschalters angelötet angelötet. Was die beiden Lämpchen betrifft: auf die Beleuchtung habe ich verzichtet, da sie meines Erachtens ohnehin kaum auffiel. Zusätzlich gewann ich dadurch Platz im Lokinneren (auf der Oberseite des Motorblocks).

Das eine schwarze Kabel würde mit dem Anschlußkabel des Schleifers verbunden. Die vier Radschleifer müssen mit dem zweiten schwarzen Kabel verbunden werden. Damit das Gehäuse später auch noch draufpaßt, müssen diese Kabel in den eigens dafür vorgesehenen Vertiefungen an den äußeren Seitenwänden des Motorblocks bleiben. Der Fahrtrichtungsumschalter findet seinen Platz im Führerhaus der Lok. (Anmerkung: da die Verdrahtung bei dieser Lok nicht so kompliziert und umfangreich ausfiel, habe ich auf einen Verdrahtungsplan verichtet).

 

Fazit

Es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt, den Umbau dieser Lok zu Ende zu führen. Vor einer passenden Wagengarnitur aus roten Donnerbüchsen macht die Maschine eine gute Figur. Die Zugkraft ist zwar begrenzt, doch man darf nicht vergessen, daß es sich bei der V 36 ja eigentlich um eine Rangierlok handelt. Ansonsten können die Fahreigenschaften der Lok als durchaus passabel bezeichnet werden.

Hinweis in eigener Sache: sämtliche hier gezeigten Schritte stellen die zum Teil von mir, zum Teil vom Vorbesitzer gewählte Vorgehensweise dar. Für Schäden, die durch Nachbauten entstehen, kann und werde ich keine Haftung übernehmen!

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