Umbau einer Roco DRG - E71 auf System Märklin

von Ulrich Röcher

Bild 1 - Vorgeschmack: Rocos E 71 im Modellbahneinsatz auf einer Märklin-Bahn

 

Das Vorbild wurde von der KPEV ab 1914 als Güterzuglok in Dienst gestellt. Die Konstruktion bewährte sich, so dass die Loks bis Ende der 50er Jahre eingesetzt wurden. Durch einen Umbau mit Geschwindigkeitserhöhung konnte die Baureihe später sogar für Personenzüge genutzt werden. Von ihrer Bauart her dürfte die E 71 eines der kleinsten je gebauten "Krokodile" sein. Es sind heute noch drei Exemplare dieser Baureihe erhalten, im Dresdener Verkehrsmuseum, im Verkehrsmuseum Nürnberg und im Deutschen Technikmuseum in Berlin.

Das bisher einzige H0-Großserienmodell dieser Lok wurde Ende der 80er bis in die 90er Jahre von Roco gefertigt. Von ihrer Detaillierung her kann das Modell auch heutigen Ansprüchen genügen, aber der Antrieb hat keine Schwungmasse, es wurde kein Platz für einen Decoder vorgesehen und es gibt natürlich auch weder NEM-Schnittstelle noch Kupplungsaufnahme. Roco hat die Lok in unterschiedlichen Versionen gefertigt, so als DRG oder DB-Variante. Eine Wechselstromversion hat es m. W. nie gegeben. Die Modelle sind auf dem Gebrauchtmarkt häufiger anzutreffen.

Die Bilder in diesem Bericht können (mit Ausnahme von Bild 1)  in Originalgröße aufgerufen werden. Hiefür einfach auf die Bilder klicken!

Umbauziel und -verlauf

Mein Ziel bei Umbauten ist, ein gleichmäßig laufendes und entgleisungssicheres Verhalten zu erreichen, bei dem die optischen Eigenschaften des Modells nicht verschlechtert werden sollten. Meine Anlage hat teilweise noch Märklin-Metallgleise, darunter auch Bogenweichen und DKWs, die beide für ihre spezifischen Ansprüche an die Radsätze bekannt sind. Es ist nach meiner Erfahrung nicht möglich, Roco-DC-Radsätze zu belassen; selbst mit Zusammendrücken auf einen Radstand von 14,0 mm ist kein wirklich sicheres Fahren zu erreichen. Daher ist Räder- oder Achstausch bei mir generell Pflicht.

Desweiteren sind meine Gleise rostbraun gestrichen, was erhöhte Anforderungen an die Stromaufnahme und das Rollverhalten des Motors stellt. Fehlende oder unzureichende Schwungmassen wirken da sehr leicht störend.

Der Umbau meiner E 71 verlief in zwei Anläufen. Zuerst habe ich versucht, den Originalmotor und die Beleuchtung zu belassen und einen Digitaldecoder verwendet, der mich letztlich nicht zufriedengestellt hat. Dann habe ich in einem zweiten Anlauf auch den ruckelnden Antrieb gegen einen Faulhaber-Motor getauscht, die Beleuchtung komplett vom Rahmen isoliert und einen Kühn T145 Decoder ohne Schnittstellenstecker eingesetzt. Die folgende Umbaubeschreibung beschreibt direkt den Umbau auf den aktuellen, jetzt zufriedenstellenden Stand.
 

Umbaumaßnahmen

Ich habe folgende Umbaumaßnahmen an der Lok vorgenommen:

- Schaffen eines Aufnahmeplatzes für den Dekoder

- Austausch der Räder

- Entfernen des Getriebes in einem Drehgestell und Montage des Schleifers unter diesem Drehgestell.

- Motortausch gegen Faulhaber-Antrieb

- Isolierung der Beleuchtung

- Einbau eines Digitaldekoders mit komplett neuer Verdrahtung
 

Zerlegen der Lokomotive

Die Lok muss vollständig zerlegt werden. Wer hier keine Originalanleitung besitzt, sollte meiner Beschreibung folgen, denn die Lok ist rocotypisch ziemlich trickreich zusammengesetzt. Bevor man loslegt, sollte man jedoch ein paar Fotos der Lok von allen Seiten machen, um sich den Zusammenbau hinterher zu erleichtern. Zu beachten ist, dass die beiden Vorbauten nicht gleich sind, also sichergestellt werden muss, dass beim Zusammenbau wieder der richtige Vorbau nach vorne kommt. Desweiteren sollte man auf den Versatz der Ausgleichsgewichte an den Rädern achten. Außerdem benötigt man für das Abschrauben der Kuppelstangen einen sehr feinen Schlüssel.

Das Zerlegen der Lok geht folgendermaßen: Zuerst alle angesetzten Plastikteile der Lok entfernen. Dann den mittleren Dachteil nach oben abziehen. Anschließend beide Führerstandsteile unten etwas spreizen und ebenfalls nach oben abziehen. Die beiden Vorbauten über den Drehgestellen werden nach vorne abgezogen. Beide Plastik-Anbauteile unter der Lok zwischen den Drehgestellen müssen abgezogen werden. Die Befestigungsschrauben für die Drehgestelle befinden sich versteckt im Vorbau der Lok. Man löst sie, indem man einen kleinen Schraubendreher durch das Loch neben dem Zahnrad im Boden der Drehgestelle steckt und dann so lange tastet, bis man die Schraube lösen kann (siehe Bild 2). Beide Drehgestelle werden abgezogen, wobei sich auch die Antriebsfedern lösen.
 

Das vordere Drehgestell, das den Schleifer bekommen soll, wird wie folgt zerlegt: Die Kunststoffabdeckung der Schnecke oben auf dem Drehgestell wird abgezogen und die Schnecke entnommen. Die Kuppelstangen werden abgeschraubt. Der Getriebeboden des Drehgestells wird nach unten abgehebelt, wobei die Achsen herausfallen. Die Plastikverkleidungen für die Blindwellen werden abgezogen und die Teile mit den Kontaktfedern für die Räder nach außen von den Drehgestellen gelöst. Der metallische Teil der Drehgestelle besteht aus zwei Schalen, die jetzt auseinanderfallen sollten. Das Getriebe kann entnommen werden.

Das hintere weiterhin angetriebene Teil muss nicht völlig zerlegt werden. Es reicht, die Kuppelstangen und den Boden zu lösen und die Achsen herauszunehmen. Die Halterung für die Glühbirne sollte abgeknipst werden.

Die Hauptplatine wird voll sichtbar, wenn die Drehgestelle abgenommen worden sind. Die elektrischen Verbindungen zu den Drehgestellen und zur Beleuchtung werden abgelötet. Die Platine wird abgeschraubt und der Motor entnommen. Die Kontaktfeder zum Motor auf der Platine wird auch abgelötet. Die Fenster und Fenstereinsätze des Mittelteils der Lok sollten ebenso entfernt werden. Damit ist die Lok nahezu völlig in ihre Einzelteile zerlegt. Es ist darauf zu achten, dass keine Kleinteile verloren gehen - man benötigt für den Zusammenbau der Lok tatsächlich (fast) alles, was da jetzt herumliegt!

Bild 2

 

Schaffen des Einbauplatzes für den Dekoder

 

Einer der Gründe, warum die Lok vollständig zerlegt werden sollte, ist das jetzt erforderliche brutale Vorgehen am metallischen Mittelteil der Lok, in den die Aufnahme für einen Dekoder hineingefeilt oder -gefräst werden muss. Die Bilder 3 und 4 (nach der Montage des Innenlebens mit den davorliegenden Gehäuseteilen) zeigen, wie der Dekoder oben unter das Dach des vorderen Führerstandes platziert wurde. Der T145-Dekoder ist relativ schmal und niedrig (13,9mm x 24,6mm x 2,9mm), aber vergleichsweise lang, so dass er so gerade in den ausgefeilten Platz passt. Kleinere Dekoder benötigen natürlich weniger Feilarbeit. Beim Feilen ist darauf zu achten, dass die Kanten an den Außenrändern des Mittelteiles nicht beschädigt werden - das würde man später sehen. Weitere elektrische Arbeiten wurden in diesem frühen Umbaustadium nicht vorgenommen.

Bild 3 Bild 4

 

Austausch der Räder

 

Im Austausch der Räder liegt nach meiner Auffassung ein Schlüssel für einen erfolgreichen Umbau. Bei der E 71 kam mir zugute, dass ich auch eine Dampflok Baureihe 93 von Roco besitze und daran sowie an Maßen der Vorbilder beider Loks feststellen konnte, dass beide Loks den gleichen Treibraddurchmesser haben. Desweiteren entsprechen die kleinen Gegengewichte der BR 93 genau den Gegengewichten der E 71. Da es die BR 93 zudem auch in einer Wechselstromversion gibt, war es keine große Sache, die passenden Räder dieser Lok über den Ersatzteilweg zu bestellen. Zu diesem Zeitpunkt des Umbaus war außerdem bereits klar, dass der Antrieb auf einem der Drehgestelle für den Schleifer geopfert werden musste. Deshalb beschloss ich, das verbliebene angetriebene Drehgestell mit vier Haftreifen auszustatten. Aus diesen Gründen wird kein vollständiger Radsatz der BR 93 benötigt, sondern die 2. und 4. Kuppelachse jeweils zweimal (Roco-Best.-Nr. 106873 und 106871, Wechselstrom-Version). Die BR 93 in AC-Ausführung wird im aktuellen (4/06) Roco-Programm angeboten, deshalb sollte die Beschaffung der Räder kein Problem sein.
 

Die alten Räder werden von den Achsen abgezogen und die neuen Wechselstromräder der BR 93 aufgesteckt. Auf den korrekten Versatz der Kuppelstangen ist genau zu achten - wird hier nicht genau genug gearbeitet, zwängt der Antrieb später und die Lok wackelt mit ihrem Hinterteil wie eine Ente! Das Radinnenmaß muss 14,0 mm sein. Bevor die neuen Räder in die Drehgestelle eingebaut werden können, sollte man sie außerdem mit matter karmesinroter Farbe (z.B. Revell matt 36) streichen, damit sie ihr scheussliches Plaste-Aussehen verlieren. Ebenso sollte die Blindwelle lackiert werden.

Eine Besonderheit gibt es bei der Achse der vorderen Blindwelle: Der Antrieb erfolgt bei der Lok über die Blindwellen, die ihrerseits ein Zahnrad auf der Achse haben. Bei der vorderen Blindwelle wird dieses Zahnrad abgezogen. Da die Achse auch ohne das Zahnrad so dick ist, dass sie mit der Schleiferhalterung in Konflikt gerät, muss sie in der Mitte abgedreht werden. Ich besitze leider keine Drehbank. Deshalb habe mir geholfen, indem ich die Achse (ohne die Blindwellen natürlich) in eine Bohrmaschine eingespannt habe und sie dann mit einer Feile in der Mitte dünner gedreht habe. Achtung! Hierbei dürfen die Enden, auf denen die Blindwellen sitzen, nicht beschädigt werden - das würde man später sehen! Bild 5 zeigt das Drehgestell mit ausgebautem Getriebe und abgedrehter Blindwellenachse (der alte Motor lag nur für das Foto zur Unterstützung unter dem Drehgestell).

Bild 5

 

Schaffung einer Schleiferhalterung und Umbau des vorderen Drehgestells

 

Für die Schleiferaufnahme wurde eine viereckige Öffnung in die vordere Getriebeabdeckung gefeilt. Aus 1 mm Messingblech wurde eine Schleiferaufnahme gefeilt, in die mittig ein M2-Gewinde für den Schleifer geschnitten wurde. Etwas außermittig wurde ein weiteres 2 mm-Loch hineingebohrt, um von dort die Befestigungsschraube des Drehgestells anschrauben und lösen zu können. Diese Halteplatte wurde mit Stabilit so in die Öffnung der Bodenplatte geklebt, dass sie auf der Unterseite plan ist.

 

Wenn die Verklebung gut ausgehärtet ist, kann das Drehgestell wieder zusammengebaut werden. Alle Getriebeteile werden jetzt weggelassen; die Stromaufnahme des vorderen Drehgestells ist wegen der Haftreifen auf dem hinteren Drehgestell jedoch besonders wichtig, so dass man darauf achten sollte, dass wirklich alle vier Räder die Kontakfedern berühren. Es empfiehlt sich, die Drähtchen für den Massekontakt wieder an das Drehgestell anzulöten. Das hintere Drehgestell sollte sicherheitshalber auch seinen Massekontakt behalten. Die ursprünglich getrennten Kontakte auf beiden Seiten der Achsen sollten mit einem Draht überbrückt werden.

 

Nach dem Zusammenbau beider Drehgestelle und dem Achseinbau können die Kuppelstangen montiert werden. Dabei ist zu beachten, dass die Bohrung für die Blindwelle etwas außermittig der Radbohrungen sitzt. Deshalb müssen die Kuppelstangen so angeschraubt werden, dass die dickere Seite der Befestigung an der Blindwelle nach oben zeigt.
 

Einbau des Austauschmotors

 

Der verwendete SB-Modellbau-Umbausatz 28011 kann gemäß der dazugehörigen Beschreibung montiert werden. Dazu wird erst das beiliegende Messing-Passstück von unten mit 2K-Kleber in das Lokomotivmittelteil geklebt. Nehmen Sie nicht zuviel Klebstoff, sonst läuft er Ihnen aus dem Loch in der Mitte heraus! Bevor ich wieder nach Anleitung den Motor in die Lagerung des Passstücks eingeklebt habe, habe ich Anschlussdrähte an den Motor angelötet und dünnes Klebeband an die Wände des Lokteils geklebt, damit es auch versehentlich nicht zu Berührungen mit dem Lokgehäuse kommen kann - das hat Massekontakt und Kontaktbrücken dieser Art verzeihen Dekoder nicht!

Bild 6 zeigt die Lage des Motors im Lok-Mittelteil. Der Motor selbst wurde nicht verändert, d.h., auch die bei mir antriebslose Seite hat noch ihre Kardanaufnahme - das stört nicht. Nach Einbau des Motors kann die Hauptplatine wieder aufgeschraubt werden. Da der SB-Modellbau-Umbausatz Kardane verwendet und nicht mehr die ursprünglichen Roco-Federn, muss von der Schnecke auf dem Antriebsdrehgestell die Federaufnahme abezogen und die Kardanaufnahme aufgesteckt werden. Wie in der Umbauanleitung beschrieben, sollte man das Antriebsdrehgestell probeweise mit Kardan montieren (sollte mit dem Mittelteil verschraubt sein) und den einwandfreien Lauf prüfen. Bei knarzenden Geräuschen hilft das Verschieben der Kardanaufnahme auf der Drehgestellseite. Auch dabei haben sich übrigens die angelöteten Anschlussdrähte am Motor vorzüglich bewährt.

Bild 6

 

Isolierung der Beleuchtung

 

Die ursprüngliche Beleuchtung war mit der Gehäusemasse verbunden. Um das daraus resultierende Flackern des Lichts zu vermeiden, wurden die Lampen beim Umbau isoliert. Ich habe nicht mehr die Originalglühbirnen benutzt, sondern die Märklin Steckfassungen 604180 mit dazugehörigen Steckbirnchen 610080 eingesetzt. Die Öffnung, in der die alte Roco-Steckbirne saß, muss etwas aufgebohrt werden, bevor sie die Fassung 604180 aufnehmen kann. Dazu empfiehlt es sich, die beiden Getriebehälften mit einer kleinen Schraubzwinge zusammen zu pressen. An die beiden Beinchen der Steckfassung wurden Drähtchen angelötet und die Beinchen mit Schrumpfschlauch isoliert. Bevor man den Schrumpfschlauch schrumpft, sollte man die Kabel nach hinten abknicken, da die "Motorhauben" nicht unbegrenzt viel Platz für diese Anschlüsse bieten.
 

Einbau von Elektrik und Elektronik

 

Beide Drehgestelle sind fertig zusammengebaut, der oben beschriebene Antriebstest ist zur Zufriedenheit verlaufen und die Lichtisolierung ist abgeschlossen. Die Drehgestelle sollten noch nicht am Mittelteil angeschraubt sein. Es empfiehlt sich jetzt, den Aufnahmeplatz für den Dekoder mit dünnem Klebeband oder Papier auszukleiden, um den Dekoder gegen versehentliche Berührungen mit dem Lokgehäuse zu schützen. Nun kann mit dem elektrischen Zusammenbau begonnen werden. Die beiden Motoranschlussdrähte werden an freie Kontaktflächen der Platine gelötet (Achtung: Hier darf auf keinen Fall ein Massekontakt hergestellt werden - ggfs. nachprüfen!). Die Massedrähte beider Drehgestelle werden so an die Platine angelötet, dass eine der beiden Befestigungsschrauben der Platine eine Brücke zum Lokmittelteil bildet. Jetzt die Anschlussdrähte des Dekoders für die Masse und den Motor ablängen und an die Platine anlöten. In diesem Zustand können die Drehgestelle am Mittelteil angeschraubt werden. Der Anschlussdraht des Dekoders für den Schleifer wird direkt durch das vordere Drehgestell gefädelt und durch ein Loch in der Schleiferhalterung gesteckt. Ich habe ihn direkt am Schleifer angelötet; mit einem zusätzlichen Kontaktblech unter dem Schleifer wäre aber auch ein Anlöten an der Schleiferhalterung möglich. Die Lampen werden frei mit dem Dekoder verdrahtet, der weiße Draht an die vordere Lampe, der gelbe an die Hintere, Masse ist der violette Anschluss des Dekoders. Alle Lötstellen in Kabeln wurden mit Schrumpfschlauch gegen unabsichtliche Berührungen geschützt. Bild 7 zeigt den fertigen Zustand.
Bild 7

 

Ein häufiges Problem bei solchen Umbauten besteht darin, dass die Beleuchtung beim Lichtwechsel und die Fahrtrichtung der Lok nicht übereinstimmen. In diesem Fall müssen die Motoranschlüsse umgelötet werden, da die Beleuchtungsrichtung eindeutig zugeordnet ist. Das ist bei der E 71 eine mühsame Sache, weil dazu wieder zumindest eins der Drehgestelle abgeschraubt werden muss. Das Loch in der Schleiferhalterung macht sich so schnell bezahlt!
 

Die Lok kann übrigens nach Umbau nur noch per Unterleitung gesteuert werden - für eine digitalgetriebene Lok macht echter Oberleitungsbetrieb m.E. wenig Sinn. Will man das doch, müssen die entsprechenden Kabel angelötet werden - für eine manuelle Umschaltung ist kein Platz vorhanden.
 

Abschlussarbeiten

 

Das "Innenleben" der Lok ist jetzt fertig montiert - nur die Gehäuse-Ansetzteile fehlen noch. Jetzt ist es Zeit für Testfahrten - zuvor sollte man jedoch überprüfen, ob der Dekoder korrekt angeschlossen wurde. Dazu empfiehlt sich - falls vorhanden - das Programmiergleis der Intellibox, das Kurzschlüsse meldet, bevor sich der Dekoder verabschiedet. Ist alles ok, sollte man die Lok Probefahren. Gibt es dabei Probleme (z.B. unrunder "Enten"-Lauf, Klemmen, Knarzen oder ähnliches), sollte man verfahren wie oben beschrieben - leider ist dann aber ein teilweiser Auseinanderbau der Lok nötig. Bei den Testfahrten entstanden die Bilder 8 und 9.

Bild 8 Bild 9

 

Zu guter Letzt werden alle Gehäuseteile und sonstigen - wie bei Roco üblich - zahlreich vorhandenen Zurüstteile montiert. Dazu geht man umgekehrt vor wie beim Zerlegen - eigentlich hat man bis zu diesem Zeitpunkt so viel Erfahrungen mit der Konstruktion dieser Lok gesammelt, dass der letzte Zusammenbau ein Kinderspiel sein sollte. Dank der Onlineprogrammierung kann der Dekoder anschließend schon während des Betriebs auf die gewünschten Werte eingestellt werden.

 

Ausblick

 

Auch wenn der Umbau sicherlich nicht als Erstlingswerk geeignet ist, so ist er doch nicht übermäßig schwierig durchzuführen. Es sind allerdings viele kleine Einzelmaßnahmen notwendig, um zum Ziel zu gelangen. An einigen Punkten wie beim Rädertausch muss sehr genau gearbeitet werden. Alle erforderlichen zusätzlichen Teile sind über den Ersatzteilhandel der Modellbahn-Hersteller zu bekommen - so habe ich im übrigen auch den Schlüssel zum Lösen der sehr kleinen Roco-Kuppelstangenschrauben erhalten. Der größte Nachteil dieses Umbaus besteht in den hohen Kosten für den Faulhaber-Austauschmotor, der aber - wenn man sich das Ergebnis ansieht - auch eine optimale Lösung mit weichem, leisen Lauf und Zugkraft bildet. Bei Einsatz eines Flüsterschleifers könnte die Geräuschkulisse der Lok nahezu auf Null gesenkt werden. Abschließend wäre es interessant, ob jemand eine kostengünstigere Lösung für den Motortausch auf Grundlage eines Standardmotors herausfinden kann. Eine Schwungmasse ist jedoch Pflicht - am Originalantrieb sollte man keine Zeit verschwenden.

Die nur 13,3 cm lange, dabei immerhin 320 g schwere Lok, läuft bei mir hervorragend über alle Gleiskombinationen, Weichen und enge Radien und ist auch zugkräftig genug, eine Reihe Güterwagen oder ein paar Donnerbüchsen einen Berg hinauf zu ziehen. Wegen ihrer langen Vorbild-Einsatzdauer und der vielfältigen Nutzung ist sie für uns Modellbahner vielseitig einsetzbar. Darüber hinaus ist die Lok ein echter Hingucker und für jeden interessant, der ein Faible für Altbau-E-Loks hat.

 

Bild 10 Bild 11

 

 Bilder 10 und 11: Die E 71 im Einsatz

 

Hinweis in eigener Sache: sämtliche hier gezeigten Schritte stellen die vom Verfasser der Umbauanleitung gewählte Vorgehensweise dar. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Für Schäden, die durch Nachbauten entstehen, sowohl der Verfasser dieses Artikels, als auch der Betreiber (Administrator) dieser Internetseiten  keinerlei Haftung übernehmen werden und können! Nachbauten erfolgen prinzipiell auf eigenes Risiko!

 

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