Fleischmanns E 10 (1347) und E 44 (4330) für Wechselstrombetrieb

Diese alten Metallmodelle mögen für den "vorbildbewußten" Modellbahner und Vitrinensammler sicher nicht gerade das Nonplusultra in Sachen Detailierung sein. Zudem sind sie noch im laten Fleischmann-Maßstab gehalten, also eigentlich etwas zu groß. Aber als Betriebsbahner legt man bekanntlich auf andere Dinge wert als bedingungslose Vorbildtreue und absolute Maßhaltigkeit.

Die erstklassigen Fahreigenschaften und die hohe Zugkraft machen dies wett.

Ihren Reiz haben solche Ganzmetall-Loks doch; und "Ganzmetall" ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen: Selbst Drehgestellblenden sind aus diesem Werkstoff gefertigt!

Der Umbau

Vieles verläuft ähnlich wie bei der bereits in einem eigenen Bericht beschriebenen BR 141 vom gleichen Hersteller. Natürlich wurden zuerst sämtliche für den Gleichstrombetrieb notwendigen Teile ausgebaut, einschließlich des Pilzkontakts, welcher beim Betrieb auf Punktkontaktgleisen nur stört.

Beim Umbaubericht der BR 141 wurde bereits die elektrische Verbindung eines der beiden Motoranschlüsse mit dem Chassis (Masse!) erwähnt. Bei dieser Lok lies sich diese Verbindung leicht druchtrennen, da das Motorschild platinenartig ausgeführt ist.

Bei vielen älteren Fleischmannloks haben wir es aber mit Ganzmetall-Motorschildern zu tun, bei denen ebenfalls ein Motoranschluß eine feste Masse-Verbindung hat.

Eine Möglichkeit ist nun, dieses Bürstenlager so weit von innen heraus aufzubohren, bis die elektrische Verbindung unterbrochen ist. Hier sollte aber mit Bedacht gearbeitet werden. Als Alternative hierzu werden von Fleischmann massefreie Motorschilder zum Austausch angeboten. Sie können als Ersatzteil bestellt werden und haben die Nummer 50 4750. Dies ist die vom Arbeitsaufwand her einfachere Methode, allerdings müssen die neuen Motorschilder als Ersatzteil beschafft werden. Abgefahrene Schleifkohlen sollten bei dieser Gelegenheit gleich erneuert werden.

Dies müssen übrigens auch die Digitalfahrer unter Gleichstrombahnern berücksichtigen, wenn sie ihre alten "Fleischmänner" für den Digitalbetrieb umrüsten.

Für die Montage der Schleifer wurde an den Drehgestellenden etwas Material weggenommen, so daß der Schleifer (Märklin #7185) richtig einfedern kann. Die Stromabnahme-Drehgestelle bieten zwar auf den ersten Blick wenig Bodenfreiheit; doch diese ist bei weitem trotzdem noch ausreichend!

Die Räder sollten natürlich auch Märklin-Innenmaß zusammengedrückt werden!

Übrigens ist bei der E 44 noch eine Besonderheit zu beachten, welche dieses Modell aufweist: die Lok verfügt über keinen Rahmen, vielmehr sind die Drehgestelle mit speziellen Halterungen direkt am Gehäuse befestigt. Zur Herausnahme sind die seitlichen Schrauben zu lösen.

Das Strohmabnahme-Drehgestell. Damit der Schleifer (#7185, der lange von Märklin) auf Weichen auch richtig einfdern kann, mußte an beiden Enden das Drehgestell etwas ausgefräßt werden. Mit schwarzem Isolierband wurde der Schleifer gegen die Masse, die am Drehgestell anliegt, isoliert.
   
Blick auf die gesamte Unterseite der Lok. Links das angetriebene Drehgestell. Bei genauerem hinsehen ist auch das Fehlen eines Lokrahmens bei diesem Modell erkennbar.

 

Die E 10 zeigt ihr Wechselstrom-Innenleben für den Fotografen. Der Fahrtrichtungsumschalter stammt von Roco.
   
Der Motor mit neuem, massefreien Motorschild Die andere Lokhälfte. Gut zu erkennen ist in der Lokmitte der Fahrrichtungsumschalter.
   
Die Lok mit aufgesetztem Gehäuse. Die Proportionen des Vorbilds sind recht gut getroffen.

 

Fazit

Trotz des Alters zwei schöne Modelle, welche eine echte Bereicherung für die Anlage darstellen. Ihr Fleischmann-typischer ruhiger Lauf begeistert für 60er-Jahre-Modelle!

Hinweis in eigener Sache: sämtliche hier gezeigten Schritte stellen die von mir gewählte Vorgehensweise dar. Für Schäden, die durch Nachbauten entstehen, kann und werde ich keine Haftung übernehmen!

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