Umbau einer Gützold V 100 auf Mittelleiter-Wechselstrom

 

Diese Lok war mein erster Eigen-Umbau einer "echten" DC-Lok. Zwar hatte ich zuvor bereits zuvor verschiedene Hamo-Modelle auf Wechselstrom "rückgebaut", jedoch sind diese Modelle ja auch nur Abwandlungen ursprünglich für AC konstruierter Loks, so daß ein Umbau keine größeren Herausforderungen stellt.

In diesem Fall war es hingegen eine Lok, von der es nie eine AC-Variante gab. Laut Katalog "Modelleisenbahnen der DDR" soll es zwar nach der Wende ein Wechselstrommodell dieser Lok gegeben haben, ob dieses aber jemals ausgeliefert wurde, ist fraglich. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine "Phantom-Nummer".

So mußte also bei dieser Lok erst einmal nach einer Möglichkeit gesucht werden, wo man Schleifer und Fahrtrichtungsumschalter am besten unterbringen könnte!

 

   
   

 

Verschiedene Ansichten der Gützold-V100.

 

 

Ansicht der Unterseite der fertig umgebauten Lok

 

Links sehen wir ein originales Drehgestell. Rechts die bearbeitete Ausführung. Bei älteren Ausführungen sind die Zahnräder komplett gekapselt, d.h. die Öffnung oberhalb der Zahnräder, die auf dem linken Bild sichtbar ist, ist verschlossen. Vom Drehgestell, an dem der Schleifer montiert wurde, wurden die Getriebeteile ausgebaut und der mittlere Steg flachgefeilt. Auf die Innenseiten der Drehgestellblende wurde eine kleine Blechplatte mit dem gängigen M2-Schraubgewinde geklebt, zuvor an dieser Stelle ein Loch gebohrt. Die Position des Schleifers ist gut erkennbar, er kann da, wo sich zuvor das Zahnrad der äußeren Achse befand, einfedern. Auf von der Bodenwanne der Lok (am rechten Rand des rechten Bildes zu sehen) wurde ein Stück ausgefräst, damit der Schleifer besser einfedern kann. 

Die Räder wurden gegen die der alten Märklin-V200 getauscht, hier stimmen sowohl Rad- wie auch Achsdurchmesser. Allerdings mußte pro Seite jeweils eine kleine Einlegscheibe mitaufgezogen werden, um ein zu großes Seitenspiel der Radsätze zu verhindern, was zum Entgleisen der Lok führen könnte. Die Einlegscheiben haben einen Innendurchmesser von 2,7 mm. Pro Seite wurde je eine Einlegscheibe aufgezogen. Der Innendurchmesser der Distanzscheiben sollte etwas größer ausfallen als der Achsdurchmesser!.

Bestellnummern der Märklin-Räder sind:

211 370 - mit Haftreifen

215 770 - ohne Haftreifen

Die Räder entsprechen optisch den originalen Gützold-Rädern! Wichtiger ist aber, das verbliebene angetriebne Drehgestell vollständig mit Rädern mit Haftreifen zu bestücken, damit es keinen Zugkraftverlust gibt! 

Nun ein Blick auf die "Innereien" der Lok.

   
   

Hier sehen wir den Antrieb über eine Kardanwelle.

Nun ein Blick auf die andere Seite, wo der Antrieb entfernt wurde um für Skischleifer und Fahrtrichtungsumschalter Platz zu schaffen. Auch die Halterung für die Ritzel, in die die Kardanwelle griff, wurde abgesägt.

   

Ursprünglich hatte diese Lok keine Verdrahtung - der Metallrahmen ist zweigeteilt und somit elektrisch voneinander isoliert. Die Stromabnahmer erfolgte auf jeder Seite direkt über Radschleifer von den Rädern, der Strom wurde über die Metallklammer, die den Motor halten, zu den Motoranschlüssen geleitet. Hier befanden sich urpsrünglich Funkentstördrosseln. Entfernt man diese Drosseln, durchtrennt man die elektrische Verbindung zwischen den Motoranschlüssen und den Halteklammern.

Man könnte diese Halteklammern zwar isolieren, aber die Kurzschlußgefahr würde immer bleiben.

   

   
Auf der Seite der Lok, auf der der Antrieb entfernt wurde, um für den Fahrtrichtungsumschalter Platz zu schaffen, mußte auch ein Teil des Ballastgewichtes weggefräst werden, um Platz für den Umschalter zu schaffen.

 

Fazit

Auch wenn es mittlerweile bessere Modelle dieser Lok gibt - für denjenigen, der in die Materie der Lokumbauten einsteigen möchte, bietet dieses Modell eine gute Ausgangsbasis. Sollte ein Teil wie eine Drehgestellblende beschädigt werden, ist auch für Ersatz gesorgt - Gützold bietet diese Lok wieder an, als günstiges Einsteigermodell. Alle Ersatzteile sind lieferbar!

 

Hinweis in eigener Sache: säntliche hier gezeigten Schritte stellen die von mir gewählte Vorgehensweise dar. Für Schäden, die durch Nachbauten entstehen, kann und werde ich keine Haftung übernehmen!

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