Umbau des Dieseltriebwagens VT 185 von Piko auf Wechselstrombetrieb

 

Auf dieser Seite wird beschrieben wie man den VT 185 von Piko für den Mittelleiter-Wechselstrombetrieb umrüsten kann. Das Modell wird analog umgerüstet, mit einem elektronischen Fahrtrichtungsumschalter. Digital sind die Arbeiten jedoch fast gleich, nur daß eben statt eines Umschalters ein Decoder eingebaut wird. Die Modelle sind gebraucht recht preiswert zu bekommen, deshalb sinkt auch die Hemmschwelle selbst Hand daran anzulegen.

Bevor es losgeht, sollte man sich einmal mit dem Modell etwas vertraut machen

Das Gehäuse ist auf dem Fahrwerk aufgerastet. Wie bei Piko früher üblich gbesteht auch der Rahmen des Modells aus Kunststoff. Echte Märklin-Freaks werden zwar nun die Nase rümpfen, aber für die "Nur-Märklin-Fraktion" ist dieser Umbaubericht auch nicht geschrieben, sondern für solche die ihren Fahrzeugpark um ein interessantes Modell ergänzen wollen. .

Der Antrieb erfolgt auf ein Drehgestell, Motor und Getriebeteil sind fest auf diesem montiert. Stromabnahme erfolgt im Gleichstrombetrieb über beide Drehgestelle. Der Motor ist ein Scheibenkollektor, wie er in ähnlicher Form auch von Mäklin und Fleischmann verwendet wird, die Schleifkohlen sind denen von Fleischmann sehr ähnlich.

Innenbeleuchtung ist serienmäßig nicht vorhanden; eine solche nachzurüsten stellt aber kein Problem dar.

Der Triebwagen ist mit einem Lichtwechsel weiß-rot ausgestattet, ebenso der Steuerwagen der jedoch nur auf einer Seite beleuchtet ist.

Ein Detail von besonderem Interesse ist die stromführende Kupplung zwischen Trieb- und Steuerwagen. durch sie werden die roten Schlußlichter des Motorwagens ausgeschalten wenn der Steuerwagen angekuppelt ist. Leider habe ich keine Möglichkeit gefunden diese Raffinesse auch im Wechselstrombetrieb zu nutzen.

Stromabnahme

Um die Montage eine Schleifers kommt man in diesem Fall nicht herum. Ich habe mich für den kurzen Schleifer entscheiden, den Märklin für seine 24cm Blechwagen anbietet. Ich nahm mir also die Halterung vor auf die der Schleifer geschraubt wird. Die Buchse am hinteren Ende habe ich entfernt, ebenso die Plastikummantelung der Unterseite. Dieses Stück wurde nun umgebogen. Alternativ dazu kann natürlich auch aus anderen Materialien eine Halterung angeferigt werden.

 

Das Drehgestell besteht aus zwei Teilen: dem Drehgestellrahmen und dem bewegeglichen Kupplungsträger auf den der Rahmen aufgerastet ist. Zur Höhe des Schleifers: Die Pertinax-Platte muß etwa auf gleicher Höhe liegen wie die Rastnasen (durch die roten Pfeile markiert) des Kupplungsträgers hoch sind. Der blaue Pfeil zeigt daß die Schleifer-Halterung zwischen den beiden Rastnasen Platz findet und so ideal in de Mitte justiert werden kann. Der grüne Pfeil zeigt daß die Achse hinter der Halterung noch genügend Platz haben muß.

Für das Anschlußkabel des Schelifers ist ein Loch zu bohren, etwa dort wo auf der Abbildung die roten Pfeile zu sehen sind - zwischen äßerer Achse und Rastnasen also. Anschließend, nachdem das Anschlußkabel an die Schlefier-Halterung gelötet wurde, wird diese auf der inneren Seite des Kupplungsträgers verklebt.

Wichtig ist natürlich, auch den Kupplungsträger für diese Arbeiten auszubauen. Er ist mit einer Schraube von der Oberseite des Rahmens befestigt. Schließlich wird das Kabel durch das Loch gezogen, durch die Öffnung für die stromführende Kupplung wird es seitlich ins Innere des Modells geführt. Anschließend kann der Kupplungsträger wieder angeschraubt und der Drehgestellrahmen wieder montiert werden.

Nun zu den Modfikationen am Schleifer selbst. Im Original hat der Schleifer an jedem Ende der Pertinax-Grundplatte eine Halterung. Auf einer Seite (roter Pfeil) wird diese vollständig abgetrennt. Ansonten würde im Betrieb nämlich die innere Achse daran streifen. Auf der anderen Seite, durch den blauen Pfeil markiert, trennen wir die Halterung nur zur Hälfte ab ab, so daß vom früheren Loch eine halbrunde Vertiefeung bleibt. Dies ist nötig damit der Schleifer später richtig Halt findet und nicht verdreht werden kann.

Auf dieser Abbildung sehen wir nun das Drehgestell mit montiertem Schleifer. Auf Weichen hat er genügend Platz, so daß Entgeisungen ausgeschlossen sind.

 

 

 

 

 

Arbeiten am Motor-Drehgestell

Auch das Motordrehgestell erfährt eine kleine Änderung. Für den Wechselstrombetrieb darf keiner der beiden Motoranschlüsse eine Verbindung zur Masse (also zum Gleis haben). Diese wird über die Radscheleifer des Motordrehgestells hergestellt. Diese werden einfach ausgebaut, und das Problem ist gelöst. Dazu entfernt man einfach das Unterteil - es ist aufgerastet - und kann die Radschleifer ganz einfach herausnehmen.

Einbau des Fahrtrichtungswechslers, Verdrahtung

Als Fahrtrichtungswechsler nahm ich elektronisches Relais von Roco, das ich von einem Digitalbahner erhalten hatte. Der Anschluß erfolgt wie gehabt.

Kabel A verbindet den Umschalter mit dem Schleifer, Kabel B mit den beiden Radschleifer des antriebslosen Drehgestells (Masse). Kabel C und D - die brauen/roten Kabel - werden mit den beiden Motoranschlüssen verbunden.

Dieses Modell besitzt neben weißen Stirnlampen auch rote Schlußlichter, die natürlich ebenfalls angeschlossen werden. Kabel E verbindet das hintere Stirnlicht mit dem Motorsanschluß. das vordere Schlußlicht wird über Kabel F versorgt. Das vordere Sitrnlicht ist über Kabel G mit dem anderen Motoranschluß verbunden, Kabel H stellt die Verbindung zum hinteren Schlußlicht her.

Das Bild zeigt die Ansicht des Motors. Die roten Pfeile markieren die beiden Dioden, über welche die Spitzenbeleuchtung angeschlossen ist. Die grünen Pfeile markieren die Lötstellen wo neben Dioden auch die beiden Kabel des Fahrtrichtungsumschalters/Decoder verlötet werden. Der blaue Pfeil zeigt die Lage des Fahrtrichtungsumschalters im ersten Abteil hinter dem Motorraum. Natürlich kann dieser auch andersweitig platziert werden. Der gelbe Pfeil zeigt den Anschluß der Lämpchen. Es sind je zwei Lämpchen pro Führerstand vorhanden.

 

Zur Führung der Kabel innerhalb des Modells: in der Fahrzeugmitte befindet sich im Originalzustand eine Metallplatte (unterhalb der Inneneinrichtung), unter welcher die Kabel verlaufen. Diese Platte kann man vorischtig herauslösen un anschließend auch die neuen Kablel wieder unter ihr hindurch verlegen. Die Platte kann natürlich verklebt werden, aber nicht zu fest, damit man sie - z.B. bei einer Reparatur auch wieder herauslösen kann ohne das Chassis zu beschädigen.

Abschließende Arbeiten

Der Steuerwagen verfügt über einen Lichtwechsel. Dieser Umbau steht noch aus, ich werde einen Schleppachs-Schalter einbauen wie ihn auch Märklin für seine Steuerwagen verwendet. Neben dem Ergänzen fehlender Zurüstteile sollte man das Getriebe mit Roco-Getriebefett (#10905) schmieren und die originalen Haftreifen durch solche von Märklin (#7154) ersetzen.

Fazit

Ein Umbau, der sich in jeder Hinsicht gelohnt hat. Mein Fahrzeugpark ist um einen interessanten Triebwagen reicher. Zwar ist es ein etwas älteres Modell dessen Detailierung und technische Ausführung nicht mehr ganz dem heutigen Stand entsprechen, doch es besteht ja die Möglichkeit noch einige optische Verfeinerungen selbst vorzunehmen. Die Fahreigenschaften sind gut, auch wenn der Motor etwas laut läuft.

Hinweis in eigener Sache: säntliche hier gezeigten Schritte stellen die von mir gewählte Vorgehensweise dar. Für Schäden, die durch Nachbauten entstehen, kann und werde ich keine Haftung übernehmen!

 

zurück