| Primex-ähnliche Angebote von anderen Herstellern |
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Märklin mag der Marktführer sein, doch bei weitem nicht der einzige Anbieter. Deshalb lohnt sich ein Blick über den "Göppinger Tellerrand". Als Kaufhausbahn bekannt war Lima in den 60er bis 80er Jahren, als sehr einfache Modelle über Großhandelsketten und Versandhäuser angeboten wurden. Diese Bahnen waren nicht für den "richtigen Modellbahner" gedacht, vieles war nur angespritzt, oder abstrakt bzw. überhaupt nicht dargestellt. Doch dadurch konnte an den Modellen auch nicht viel abbrechen. In den 80er Jahren begann sich auch Lima von der Spielzeugbahn wegzuentwickeln und gezielt die Lücken im Profi-Sortiment zu füllen - Exoten, an die sich bislang kein Großserienhersteller rangetraut hatte. Eine V 188 oder ein ET 430 wurden von den Modellbahnern mit Begeisterung aufgenommen. Doch das Einfachsortiment wurde gleich- zeitig auch nach und nach reduziert bzw. durch "vollwertige" Modelle ersetzt, die für rauhe Kinderhände nur noch bedingt geeignet waren. Besonders in Österreich verbreitet ist Kleinbahn mit Vertrieb über eigene Läden. Die Modellauswahl ist besonders nach Vorbildern der ÖBB ausgerichtet und die Fahr- zeuge dabei sogar optisch recht ansprchend - wenn man den kleinen Preis berück- sichtigt. Daß kein NEM-Schacht vorhanden ist und die Fahrzeuge in der Länge verkürzt sind, um auch durch enge Radien fahren zu können, oder die Speicheräder nicht durchbrochen sind - das sollte bei einer Bahn, die bewußt für das spielende Kind konzipiert ist, akzeptiert werden. Weniger erfolgreich war dagegen offensichtlich das Einsteigersortiment einer anderen österreichischen Firma, nämlich Roco. Diese hatte vor der Insolvenz der "alten" Roco Modellspielwaren GmbH eine "Playtime"-Reihe im Programm, wobei der Autor solchen "denglischen" Produktbezeichnungen eigentlich ablehnt, da sie vom Verbaucher oft mit qualitativ geringwertiger Ware in Verbindung gebracht werden. Die Modelle waren ähnlich vereinfacht wie die frühen Primex-Fahrzeuge der 60er und 70er Jahre - so waren Beleuchtung und Lackierung einfacher gehalten, oder die Schwungmasse weggelassen. Doch Roco schaffte es sogar, diese Vereinfachungen sogar noch zu übertrumpfen. Eine BR 120 und Doppelstockwagen mit aufgedruckten Fenstern sorgten für heftige Diskussionen innerhalb der Modellbahngemeinde. Nach der "Neu- strukturierung" zur Modelleisenbahn GmbH sind diese Modelle nicht mehr im Programm. Zu erwähnen sei dann auch noch Fleischmanns "Junior-Serie", ein Sortiment an nicht allzu teueren zweiachsigen Personen- und Güterwagenmodellen. Zudem auch die eine oder andere Lok in etwas einfacherer Ausführung, wobei auch hier die Preise deutlich zu hoch sind. Einen widerum sehr erfolgreichen Weg beschreitet eine Firma aus Thüringen. Piko hat sich mittlerweile einen guten Namen gemacht für qualitativ hochwertige Modelle, die mit dem früheren Spielzeugmodellen aus "DDR"-Produktion so gar nichts mehr gemein haben. Die Überraschung war groß, als Piko für den Elektronikversand Conrad preis- werte Modelle der modernen Ellok "Taurus" und der allseits bekannten DB-Diesellok BR 218 vorstellte. Um einen Blick über den europäischen Tellerrand zu werfen, wären die verschiedenen nordamerikanischen Anbieter zu erwähnen, die mehrere Produktlinien in unterschiedlichen Ausführungen "fahren". Schließlich ist auch in Amerika das Modellbahnhobby sehr beliebt. So bietet z.B. Athearn mit seinen "RTR" - ready to run - also betriebsbereit aus der Schachtel - durchaus ansprechende Modelle für den schmäleren Geldbeutel an, während die "Genesis"-Serie eine höherwertigere Ausstattung vorweisen kann. Auch andere amerikanische Anbieter wie Life-Like gehen diesen Weg. Zwar sind die Modelle der Einfachserien bei einigen Anbietern doch sehr spielzeughaft, aber eben auch genau auf das spielende Kind und weniger auf den "ernsthaften" Modellbahner ausgerichtet. |